|
Zurück bis zum Anfang
Ich wurde in England geboren, hatte aber eine verrückte Kindheit, lebte auf der ganzen Welt und war an mindestens 12 Schulen. Mein Vater, Frank, ein stolzer Tasmanier – für diejenigen, die noch nie dort waren: Tasmanien ist eine Insel und ein Bundesstaat Australiens südlich des Hauptkontinents, kein selbständiges Land – war ein Spitfire Pilot im Zweiten Weltkrieg und führte seine Karriere in der Royal Air Force bis Mitte der 60er Jahre fort. Meine Mutter, Eleanor Graeme-Evans, war eine Schriftstellerin – wenn ich Schreib-Gene habe, dann kommen sie wohl von ihr. Als eindrucksvolle Golferin, Konzert-Pianistin, Violinistin und große Party-Gastgeberin begann Eleanor wesentlich früher mit dem Schreiben als ich. Als junge Frau Anfang zwanzig wurden bereits vor dem Krieg drei ihrer Romane in London herausgegeben. Darauf folgte ein abenteuerreiches Leben mit meinem Vater. Ihr letzter Roman „From Sarah to Sara“ wurde herausgegeben, als sie Ende achtzig war.
Als Kind hasste ich das viele Umziehen mit meinen Eltern, doch eine solche Kindheit ist ein wertvolles Geschenk für eine Schriftstellerin. Jedes Mal beginnst du von vorne und musst dir wieder deinen Platz erneut erkämpfen, um akzeptiert zu werden. Und dadurch wirst du zur guten Beobachterin, besonders, wenn du wissen möchtest, warum die Leute so sind, wie sie sind. So war und so bin ich.
Außerdem verbrachte ich viel Zeit alleine beim Lesen und tauchte in eine Fantasie-Welt ein: CS Lewis, Märchen, Mythen sowie alle Bücher Tolkien’s waren von leidenschaftlichem Interesse für mich. Ich wollte so sehr an den Orten leben, über die sie schrieben, so sehr um eine Straßen-Ecke biegen oder durch eine Haustür gehen und dort eine komplett andere Welt finden. JK Rowling versteht diese Sehnsucht – und wir alle lieben deshalb ihre Bücher.
Dadurch, dass ich bis ich bis zum Alter von zwölf oder so war immer mal wieder in England lebte, prägte sich diese Landschaft mit ihren Gebäuden, dem Himmel und den Jahreszeiten tief in meine Seele.
Und, da Australien – wo ich jetzt lebe – die meiste Zeit des Jahres einen so hellen, harten Himmel hat, versuche ich, mich in diese Fantasiewelt aus meiner Kindheit zu flüchten. Die Leute glauben, ich sei verrückt, wenn ich behaupte, dass ich den Winter mag oder Regentropfen auf dem Fenster oder das Geräusch, wenn der Wind durch ein altes Gemäuer pfeift, doch all dies bereitet mir Vergnügen. Sehr unaustralisch!
Fast mein gesamtes Erwachsenen-Leben lang habe ich für’s Fernsehen gearbeitet. Zuerst in Neuseeland – ich zog dort mit meinem ersten Ehemann, der zu dieser Zeit Töpfer war, und unserer kleinen Tochter umher – und später in Australien.
Ohne dieses Ziel vor Augen gaben mir diese vielen verschiedenen Jobs, die ich in der Filmindustrie über die Jahre gehabt hatte, eine gute Basis für das Geschichten-Erzählen. Meinen erster Job beim Fernsehen hatte ich in Neuseeland bei einer neuseeländischen TV-Serie, die „A going Concern“ hieß und wo ich als „Standby Prop“ beschäftigt wurde. Dies ist die Person, die während des Filmens dafür sorgt, dass z.B. die Torte, die die Schauspieler während einer Szene aufschneiden oder der Blumenstrauß, den ein Character dem anderen gibt oder das Buch, das sie während des Drehs lesen sollen, vorhanden sind…
Ein wenig später wurde ich als nächstes in Tasmanien Ton-Assistentin und Cutterin. Ich fand, dass dies nicht die Berufung meines Lebens war, doch ich lernte ernorm viel dabei. Nach einigen Jahren im Synchronisations-Geschäft und unzähligen Filmen lernte ich so nebenbei wie Bild und Ton zusammengehören und bekam so nebenbei das Wissen, wie man eine Geschichte in Bildern erzählt. Kurz gesagt: ich lernte Regie zu führen, ohne es selbst zu merken.
Darauf folgte eine Zeit bei der ABC (der australischen Broadcasting Kommission), zuerst als Regisseurin und Vor-Ort Produzentin für Nachrichten und Aktuelles, dann im Bereich Sport, danach Drama und schließlich als Produzentin.
Mein erster großer Durchbruch als Produzentin war für die australische Serie „Sons and Daughters“ von Grundy Television. Danach kam die große klassische, australische TV.-Serie “Rafferty Rules”. Ich liebe diese Serie noch heute. Tolle Drehbücher, tolle Schauspieler… Und wiederum: ich lernte soviel dabei!
Meine erste Serie für Kinder "Elly and Jools", eine Geister-Geschichte, folgte als ich für Southern Star, einer großen, unabhängigen Gesellschaft in Sydney, arbeitete. Andrew, mein zweiter Ehemann und ich, gründeten dann unsere eigene Gesellschaft und wir hatten das Glück, in den letzten Jahren recht erfolgreich zu sein.
In den neunziger Jahren produzierten wir einige Kinder- und Familien-Serien, die Preise gewannen, u.a. "The Miraculous Mellops" und "Mirror Mirror" – und beide wurden auch international ausgestrahlt. Dann, im Jahr 1997 produzierte ich für Nickelodeon, Showtime and Hallmark den Fernsehfilm „Doomrunners“ mit dem Titelhelden Tim Curry.
1998 war ein tolles Jahr. Es war das Jahr in dem Helena Harris (Kreativ-Produzentin von Bananas in Pyjamas“) und ich den Pilotfilm für "Hi-5". – einer Serie, die in der ganzen Welt zur Legende wurde, drehten. Vorschüler aller Länder, vereinigt euch!
In 2001 wurde endlich "McLeods Daughters" von Nine Network, Australiens wichtigster TV-Gesellschaft, in Auftrag gegeben, nachdem in 1996 der Pilotfilm entstanden war. (Ich hatte bereits 1992 die Idee dazu Nine Network angepriesen. Es geht halt immer um die Finanzierung!).
Im gleichen Jahr hatte ich die Ehre, die Eröffnungsrede für den „australischen, unabhängigen Produzenten des Jahres“, der von den australischen Filmproduzenten vergeben wird, zu halten.
Ein Jahr später, in 2002, wurde ich im Variety Magazin in der Liste der „Zwanzig wichtigsten Frauen in Film und Fernsehen“ geführt. Ich war überwältigt, im gleichen Jahr wie Meryl Streep genannt zu werden.
Und dann folgten die Bücher…
Kurz vor Weihnachten 2002 erschien in Australien mein erstes Buch der „Anne“-Trilogie, "The Innocent", gefolgt von "The Exiled" zu Weihnachten 2003. Beide wurden von Simon und Schuster, Australien, herausgebracht und stürmten die australischen Bestseller-Listen.
Die Eigendynamik setzte sich in Gang. Im März 2004 wurde „The Innocent“ von Simon und Schuster in den USA herausgegeben und „The Exiled“ im Juni 2005, zusammen mit einer Neuauflage von „The Innocent“. Während ich dies schreibe, wird „The Innocent“ nochmals in den USA in einer Spezialausgabe aufgelegt. Im März folgte in Großbritannien „The Innocent“ und im Oktober 2005 „The Exiled“, beide von Hodder und Stoughten herausgegeben. Goldmann gab in Deutschland „The Innocent“ in einer übersetzten Version im Juli 2005 heraus und seit 2006 werden die Bücher im gesamten Commonwealth von Hodder aufgelegt.
In Australien erschien im November 2005 „The Beloved“. Das letzte Buch in der Triologie bisher (obwohl Fans mich bereits über eine Fortsetzung nachdenken lassen, da sie nicht aufhören zu fragen, wie es weiter geht). Als Hardcover wird „The Beloved“ Mitte März in Grobritanien herausgegeben und in den USA wird das Buch als „The Cuncrowned Queen“ im Juni 2006 erscheinen.
Mehr zu den Büchern findet ihr HIER
So, und jetzt sind wir bereits fast in der Gegenwart. Vielleicht zieht’s mich auch noch einmal zum Fernsehen, doch zur Zeit nimmt mein nächstes Buch mit dem Arbeitstitel "Freya Dane" all’ meine Zeit in Anspruch. Ich habe so einen Spaß dabei, dafür zu recherchieren!
So, das wär’s soweit. Danke für den Besuch meiner Webseite. Ich warte auf dein konstruktives feedback.
Mit besten Grüßen Posie Graeme-Evans, Sydney, Januar 2006
|
|
Manchmal passiert es, dass es eeeewig dauert, bis eine TV-Serie auf den Bildschirm kommt - nur, weil sie sehr kostspielig ist.
Die Idee zu McLeod’s kam mir durch ein Foto. Es war ein ganz einfaches Bild: ein paar ganz normale Mädchen, die sich über ein Lattentor lehnten, mit Rindern die rastlos durch den Staub im Vordergrund liefen. Hitze und Licht und Staub.
Und alle Mädchen trugen diese berühmten „Akubras“ – die Cowboyhüte der australischen Buschmänner – ihre Gesichter waren im Halbschatten, doch sie lachten alle – ein großes, strahlendes Lachen – und hinter ihnen ein kobaltblauer Himmel.
Das war der Moment, als mir die Idee kam. Ein Haufen Frauen, die eine Rinderfarm betreiben – das war das Konzept, das ich Ende 1992 Nine Channel in Australien vorschlug. So simpel, dass du das Bild sofort vor dir siehst – so was hilft immer, wenn du versuchst, eine große Serie zu verwirklichen!
Und dann begann der lange, lange Weg, die Idee zu realisieren.
Es dauerte bis zum Muttertag 1996, bis der Pilotfilm, den ich produziert hatte, über die Bildschirme Australiens lief. Doch als er ausgestrahlt wurde hatte er die höchsten Einschalt-Quoten aller TV Spielfilme, die jemals in Australien gezeigt wurden. Andrew und ich jubelten!
Doch, wenn wir geglaubt hatten, dadurch eine Spin-off-Serie zu bekommen, lagen wir falsch. Es dauerte nochmals fünf Jahre, bis wir genügend Geld zusammen bekommen hatten, um grünes Licht von Network zu erhalten – und während dieser Zeit entwickelten und schrieben wir das Drehbuch viermal um Frustrierend langsam, doch wahrscheinlich war es genau dieses ausgereifte Konzept, denn als die Serie endlich im August 2001 startete, stürmten wir alle Quotenrekorde. Wir waren unheimlich glücklich darüber
Jetzt, wo bereits die sechste Staffel läuft, entwickelt sich die Serie immer besser und wird überall auf der Welt gezeigt – so etwa 200 „Territories“ waren es bei der letzten Zählung. Und ich habe auch das Glück, Co-Autorin der Songs für die Serie zu sein – zusammen mit Chris Harriott, dem Musikdirektor (er komponiert, ich schreibe die Texte). Zwei Alben wurden bisher heraus gebracht und das erste hat sogar Platin Status, das zweite ist dicht davor. Chris, das unterbewertete Genie, schreibt auch die Musik für Hi-5. Er ist eine außergewöhnliche Persönlichkeit und ein alter Freund von mir. In 1988 arbeiteten wir erstmals an Elly und Jools zusammen.
Heute drehen wir die Serie noch immer dort, wo wir auch den Pilot-Film gefilmt haben. Wir drehen 100% vor Ort – absolut keine Kulissen – in und bei einem wunderschönen alten Sandstein-Gebäude, das am Rande des großartigen Barossa Valleys in Südaustralien steht. Und, sobald das Ende der sechsten Staffel ausgestrahlt wurde, werden wir 170 einstündige Episoden gemacht haben. Darauf sind wir alle sehr stolz.
|