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Kängurus, Koalas, das Opernhaus in Sydney, der rote Uluru, das Outback und lässige, Bier schlürfende Stockmen - das sind vermutlich die ersten Bilder, mit denen man Australien identifiziert. Doch es geht auch anders: Regenwälder, grasgrüne Wiesen und sogar Schnee! Down Under - ein Land voller Gegensätze und Kontraste, wie ich letztes Jahr 3 Monate selbst erfahren durfte!
Schon seit ich ungefähr 14 Jahre alt war, hat mich der riesige, fünfte Kontinent mit dem roten Riesenfelsen in der Mitte und den außergewöhnlichen Tieren fasziniert. Irgendwie bin ich dann auf VOX bei McLeods Töchter hängen geblieben – eine super Serie, die dazu auch noch in Australien spielt! So hat mein Interesse an Australien auch mein Interesse an McLeods verschuldet! Also habe ich dann, relativ kurzfristig, nach meinem Abitur letztes Jahr, beschlossen, nach Australien zu gehen. Work & Travel sollte es werden – schließlich will man ja auch etwas vom Land sehen, auch wenn das bei der Größe des Kontinents so ziemlich ein Ding der Unmöglichkeit ist. Da ich schon lange reite und viel auch vom Land außerhalb der Städte sehen wollte, fiel meine Wahl auf das “Farm & Travel-Programm” (ich geb's ja zu, McLeods war da wahrscheinlich auch nicht ganz unschuldig, und fast alle anderen Teilnehmer bei dem Programm waren auch fleißige Mcleods-Schauer). Bei diesem Programm bekommt man Jobs auf Farmen vermittelt, befindet sich also mittendrin im echten Farmer-Outback-Leben.
Also fand ich mich dann Mitte September tatsächlich am Flughafen Frankfurt wieder - 22 Flugstunden trennten mich noch von meinem Ziel... Wobei man bei so einer Distanz wirklich merkt, dass man ganz schön weit weg ist! Und fast einen Tag später machte ich dann meine ersten Schritte in Brisbane, wenn auch leicht erledigt... Die ersten Tage waren erst einmal ein Zurechtfinden und Erkunden, voller neuer Eindrücke - was sowohl die Stadt als auch die australische Tierwelt betraf, der ersten Erkenntnis, dass Australier wirklich so freundlich sind, wie man immer hört und der Feststellung, dass Koalas mit zu den knuddeligsten Tieren überhaupt gehören. Nach den ersten Brisbane-Tagen verbrachten wir einige in Rainbow Beach, einem Ort an der Sunshine Coast. Bei wunderschönem Sandstrand ließen wir es uns im und am Wasser gut gehen.
Danach stand unsere Woche auf der Trainingsfarm in Queensland an - es wurde geschaut, wo unsere Erfahrungen und Schwerpunkte liegen und uns einige Sachen beigebracht. Wobei ich an dieser Stelle fairerweise sagen muss, dass ich mit der Farm auf der ich war, nicht so glücklich war, da ich nicht das Gefühl hatte, danach wirklich für das Farmleben gerüstet zu sein - abgesehen vielleicht vom Reiten. Trotzdem haben wir in dieser Woche unheimlich viele Sachen ausprobiert und einen guten Einblick in das Leben auf einer Farm bekommen.
Ein typischer Tagesablauf sah ungefähr so aus: 6 Uhr: Aufstehen, Frühstück 7 Uhr: Arbeitsbeginn 10 Uhr: „Smogo“, das ist die australische Vormittagspause mit Kaffee und Kuchen 12 Uhr: Mittagessen und danach eine Pause 13 Uhr: Arbeitsbeginn 16 Uhr: kleine Pause 18.30 Uhr Abendessen 21/22 Uhr: Schlafen ;-))
Natürlich waren diese Zeiten immer etwas flexibel, je nachdem, wann man mit der Arbeit fertig war. So haben wir Gatter aufgestellt, einen Zaun gebaut (das sieht bei McLeods immer so leicht aus...), sind geritten und haben Rinder getrieben. Außerdem sind wir Traktor und ein kleines Motorrad gefahren (worüber ich jetzt aber lieber nichts schreibe, das wäre nur etwas peinlich...). Geritten sind wir übrigens auf Brumbys - ja, ihr habt richtig gelesen - den australischen Wildpferden. Diese sind, wie so ziemlich alle Tiere europäischer Herkunft, eine Plage. Die Farmer können sich also in der freien Natur „bedienen“.
Alles in allem war diese Woche voller neuer Erlebnisse - manchmal verdammt anstrengend, manchmal aber auch richtig toll. Wenn man auf so einer Farm lebt, gewinnen ganz andere Dinge an Bedeutung, man lebt quasi „für die Farm“. Aber das Gefühl, das einen durchströmt, wenn man nach einem sehr langen Tag schließlich bei einem leckeren Abendessen auf der Terrasse sitzt, während es langsam dämmert und ein bisschen kühler wird, ist genial!
Und immer wieder wird man daran erinnert, dass Down Under doch so einiges anders ist als bei uns: Da gab es zum Beispiel tägliche Duschbeschränkungen (nur 3 (!) Minuten für Jeden) da das Wasser aus einem Tank kam und der nur noch halb voll war. Abends rannte und hüpfte man wie eine Bekloppte über die Terrasse um wenigstens kurz ein Fünkchen Mobilfunknetz zu bekommen. Immer musste man sich eincremen, da die Sonne so intensiv war. Nebenbei gab es einen Sandsturm, der plötzlich alle Berge rund um die Farm herum verschwinden ließ und alles in braunen Staub hüllte, genau wie Buschbrände, nur dass hier alles grau wurde. Oder Kängurus, die einfach auf den Wiesen hüpften. Am eindrücklichsten fand ich diesen Satz: „The rain is gonna come around Christmas“ - wir hatten Ende September... Der Akzent, den „meine“ Farmer sprachen, war übrigens am Anfang wirklich hart zu verstehen - schaut euch McLeods auf Englisch an und stellt euch das ganze noch mal doppelt so unverständlich vor ;-)
Dann bekam ich also mein Jobangebot - und wie es der Zufall so will verschlug es meine Freundin und mich nach South Australia, genauer gesagt, nach Angaston, nicht weit entfernt von Adelaide und - was wir wenig später herausfanden - circa 25 km von Freeling entfernt. Das nenn ich mal Glück gehabt ;-) So kam es, dass ich 2 Monate in einem der größten Pferderennställe Australiens arbeitete - und nebenbei mitten drin im „McLeods-Australien“ war. Über den Rennstall darf ich leider nicht viel schreiben, da ist alles ziemlich verschwiegen (uns wurde gesagt: „Was ihr hier im Stall seht und lernt, muss auch hier bleiben“). Soviel kann ich aber erzählen: Angaston ist ein kleiner Ort am Rande des Barossa Valleys, eines der drei Haupt-Weinanbaugebiete Australiens. Landschaftlich meiner Meinung nach auch einer der schönsten Flecken ;-) Überall gibt es diese Häuser ähnlich dem Stil von Killarney - das ist ganz typisch South Australia, die gibt es nur hier. Und im Barossa Valley gibt es überall sogenannte „vineyards“, Weinanbaugebiete. Nach ungefähr 4 Wochen fanden wir dann auch endlich heraus, dass in der „Angaston Town Hall“ eine Szene von McLeods gedreht wurde (wir liefen ungefähr 10-mal daran vorbei „Das sieht aus wie bei McLeods“ - „Das sagst du hier doch überall!“...) Im Barossa Valley merkt man übrigens immer wieder deutschen Einfluss, da in diese Region sehr viele Deutsche ausgewandert sind.
Unsere Kollegen waren wirklich richtig nett und wir kamen auch in den Genuss eines australischen After-Work-Barbecues. Überhaupt kann man sagen, dass die australische Barbecue-Kultur einfach nur der Hammer ist und es überall Plätze zum Grillen gibt! Wunderschön war auch unser Ausflug zum Murray River an einem warmen Sonntagnachmittag, den wir durchschwammen und an dessen Ufer wir ein - wer hätt's gedacht - Barbecue gemacht haben!
Was allerdings ein wenig verwirrend war, war die Tatsache, dass wir 3 Wochen lang gefroren haben (was einem nie Jemand glauben will...). Der südaustralische Winter kann nämlich richtig kalt werden, und der letzte war sehr lang und regenreich (!). Weswegen wir auch ein sehr grünes, teilweise fast europäisch anmutendes Barossa vorfanden. Das hat sich allerdings mit Beginn des Sommers (einen Frühling gibt es so gut wie gar nicht) innerhalb weniger Tage geändert. Die Temperatur erreichte die 38 °, und die zuvor noch grünen Wiesen wandelten sich in braunes, verbranntes Grasland, aus dem nur noch die grünen vineyards und Bäume herausstachen.
Ein weiteres Highlight waren natürlich die Ausflüge nach Freeling! Freeling ist ein kleiner Ort, der eigentlich wirklich unspektakulär wäre - wäre da nicht der Truck Stop und das Gungellan Hotel. Man muss allerdings dazu sagen, dass der Mcleods-Boom in Australien seit der Finalfolge nachgelassen hat, trotzdem kennen die Serie alle, wenn man sie darauf anspricht. Am Ortseingang von Freeling erinnerte wenig an die Serie, neue Häuser wurden in einem Wohngebiet gebaut und wir folgten der Straße an ihnen vorbei. Ganz plötzlich entdeckten wir dann den Truck Stop auf der rechten Seite! Zuerst ging unsere „Tour“ aber zum Hotel. Das heißt heute immer noch Gungellan Hotel und hin und wieder finden ein paar Fans wie wir den Weg dorthin. Und was soll ich sagen, es sieht wirklich genau so aus wie in der Serie! Aufgeteilt ist es in zwei Räume: Der eine beherbergt den Tresen und den Billardtisch. Überall sind Szenen- und Drehbilder aufgehängt. Der zweite Teil ist der Essbereich mit den Tischen. Im Vergleich zu McLeods-Zeiten sieht es hier aber nun moderner aus, doch man erkennt es ganz deutlich wieder! Der Gartenbereich ließ sich auch wiedererkennen, nur die Tische standen nicht mehr. Übrigens wurden aus Platzmangel nicht alle Szenen im Gungellan Hotel gedreht, sondern man wich hin und wieder auf andere Pubs aus, wenn man etwas mehr Platz brauchte (das Gungellan Hotel ist wirklich nicht sonderlich groß), manche Szenen wurden wohl auch im Angaston Pub gefilmt! Vom Truck Stop stehen sozusagen nur noch die Hüllen, er ist komplett ausgeräumt, und auch die Tanksäulen fehlen - trotzdem aber auf alle Fälle sehenswert! Auch die Tatsache, dass er doch weit innerhalb des Ortes steht, ist interessant, ich hab immer gedacht, dass er sich sehr außerhalb befinden würde! Überhaupt hat sich mein Blick auf die Serie nun sehr verändert, man nimmt so viele kleine Dinge wahr, die man früher nie beachtet hat! Übrigens gibt es den CFS (Country Fire Service) in jedem noch so kleinen Örtchen in South Australia - genau wie ein Hotel ;-)
Nach meiner Zeit in South Australia folgten dann noch vier weitere Wochen Down Under, drei davon bestanden aus einer großen Reise durch den roten Kontinent. Los ging es zuerst von Adelaide (was für ein Gefühl, nach den Wochen auf dem Land plötzlich wieder in einer Großstadt zu sein, in der man in fünf Minuten derselben Anzahl an Menschen begegnet, wie auf dem Land an einem Nachmittag...) aus nach Kangaroo Island. Es ist die drittgrößte Insel Australiens und steht unter Naturschutz. Dort habe ich natürlich die Sehenswürdigkeiten (unter anderem die „Remarkable Rocks“ und „Admiral's Arch“) gesehen aber auch freilebende Wallabies (eine Art kleines Bergkänguru) und eine Schule wilder Delfine beim Jagen aus 20-50m Entfernung beobachten können, was wirklich einmalig war.
Wieder in Adelaide angekommen, nahm ich ein paar Tage später einen Flug nach Alice Springs - nach ungefähr 2 Stunden Flugzeit aus dem verregneten Süden ins warme Zentrum Australiens, befand ich mich in einer völlig neuen Welt! Allein der Flug über das Outback ist schon ein Erlebnis, man kann es kaum glauben, aber der Boden wird wirklich immer röter und verlassener. Man fliegt an riesigen Salzseen vorbei und sieht unter sich nur roten Sand, hin und wieder von einem schnurgeraden Highway durchzogen.
Hier besichtigte ich eine Ikone Australiens - den Royal Flying Doctor Service, auf den die Aussies (zu Recht) sehr stolz sind. Von den verschiedenen Bases aus werden die Farmen und kleinen Kommunen bei Notfällen angeflogen. Vor ein paar Jahren wurde sogar einmal ein Baby in einem der Kleinflugzeuge geboren!
Von Alice Springs aus begann meine geführte, fast 2-wöchige Tour über Adelaide und Melbourne nach Sydney. Erste Highlights waren „Kings Canyon“ und natürlich „Uluru“ (die meisten von Euch werden den Riesenfelsen vermutlich unter dem Namen „Ayers Rock“ kennen - dieser Name wird aber in Australien aus Respekt für die Aboriginals fast nicht mehr verwendet) und „Kata Tjuta“ (früher „The Olgas“). Hier sah Australien für uns das erste Mal so aus, wie wir es uns alle vorgestellt hatten! Übernachtet haben wir übrigens zwei Mal im Freien, morgendliches Wecken durch Dingogeheul inklusive! Zudem hatten wir das Glück, insgesamt 3-mal das Farbenspiel am Uluru bewundern zu dürfen (einen Sonnenauf- und 2 Sonnenuntergänge).
Weiter ging es auf dem Highway einmal quer durchs Outback, eine faszinierende Erfahrung, die man aber nur einmal im Leben machen muss - wir sind über einen Tag praktisch durch Nichts gefahren - der Highway verläuft schnurgerade und zu beiden Seiten befindet sich den Großteil der Durchquerung über flaches Land mit äußerst spärlichem Bewuchs am Boden. Manchmal kommt man dann an kleinen Waldabschnitten vorbei oder sieht Kamele und nach 260 (!) km das erste Road House - davor gab es kein Zeichen für Zivilisation.
In Coober Pedy schliefen wir eine Nacht unterirdisch in einer Höhle im Felsen! Coober Pedy ist eine der größten Opalminenstädte und fast alle Bereiche des öffentlichen und privaten Lebens finden untertage statt. Ja wirklich, die Menschen leben in Wohnhöhlen! Das ist aber durchaus praktisch, bei manchmal 50 ° Außentemperatur bleiben die Höhlen mit relativ konstanten 25 ° sehr angenehm! Und wenn man mehr Platz braucht (man denke hier zum Beispiel an Kinder) kann man sich einfach ein neues Zimmer graben ;-)
Vom Outback aus ging es weiter in die Flinders Ranges, die dank Wäldern und Felsen wieder komplett anders aussahen, über Adelaide in Richtung Melbourne. Nach dem ganzen trockenen Outback befand ich mich nun erst in den Grampians, die mal tropisch und wenig später wie in der Schweiz aussahen, und dann am Ozean. Wir fuhren nämlich die Great Ocean Road entlang - ihr sagt man nicht ohne Grund nach, eine der schönsten Küstenstraßen Australiens zu sein! Natürlich durfte hier auch ein Sonnenuntergang an den berühmten „Twelve Apostels“ nicht fehlen.
Von Melbourne aus ging es wieder in eine völlig andere Welt. Erst an den südlichsten Punkt des Kontinents Australiens, den Wilson Promontory National Park und in die Australischen Alpen. Obwohl es wirklich unglaubwürdig erscheint, gibt es hier richtige Wintersportorte mit Skiliften und Snowboardshops. Zur Krönung haben ein paar Verrückte zusammen mit mir den höchsten Berg Australiens bestiegen - ja, wir sind wirklich hinauf gewandert, fast 22 km und 6 ½ Stunden. Aber es hat sich gelohnt und wir sind auf dem Gipfel sogar im Schnee gestanden (der nebenbei auch noch orange war, von dem Sandsturm im September)!
Letzte Station vor Sydney war Canberra, die „Alibi-Hauptstadt“, wie ich sie mal nenne ;-) Und wie es sich für so ein riesiges Land gehört, besitzt man auch eine riesige Hauptstadt, oder? Falsch gedacht! Canberra ist winzig und besteht hauptsächlich wirklich nur aus den Regierungsgebäuden und wichtigsten Institutionen. Um sich das erklären zu können, ist ein kleiner (aber durchaus zum Schmunzeln anregender) Blick auf die Geschichte Canberras angebracht: Sydney und Melbourne stritten sich darum, welche Stadt sich denn nun „Capital of Australia“ nennen darf - leider brachten sie es zu keiner Einigung. Also entschieden ein paar findige Australier nun einfach, eine Linie zwischen den beiden Großstädten zu ziehen und in der Mitte eine neue Hauptstadt zu errichten. Das einzige Problem waren die Australischen Alpen - diese liegen genau auf dem Mittelpunkt. Daher liegt Canberra nun etwas näher bei Sydney als bei Melbourne (anders herum hätte man Canberra in nur ca. 2 Stunden Entfernung von Melbourne aus anlegen müssen, was den eigentlichen Streit natürlich nicht beendet hätte).
Und dann fuhren wir am Spätnachmittag in Sydney ein. Gleich am Abend musste ich den Hafen mit einer Freundin zusammen besichtigen, also die Harbour Bridge und das weltberühmte Opera House. Diesen Anblick vergisst man nie wieder! Und man kann einfach wirklich nicht glauben, dass man nun tatsächlich neben dem Opernhaus steht!
Nach ein paar Tagen in Sydney verbrachte ich noch fast eine Woche bei einer Bekannten (nahe Sydney) und dann, am 22. Dezember, hob mein Flieger Richtung Heimat ab. Zum Abschluss flogen wir bei schönstem Wetter noch einmal über Sydney und schließlich quer über Australien nach Frankfurt, wo ich dann frühmorgens am 23. Dezember (also pünktlich zu Weihnachten) wieder heimatlichen Boden unter den Füßen hatte!
Jetzt habt Ihr so viele geniale Dinge meines Abenteuers gelesen - fairerweise möchte ich Euch aber auch Negatives nicht vorenthalten (vor allem, für Diejenigen unter Euch, die auch so etwas in der Art vorhaben): Trotz der modernen Möglichkeiten, wie dem Flugzeug, ist Australien immer noch sehr weit von uns entfernt und es nicht möglich, mal eben nach Hause zu fliegen. So hatte auch ich manchmal mit Heimweh zu kämpfen!
Auch solltet Ihr wissen, dass die meisten Hostels wirklich nicht sehr sauber sind und es gerade in den Städten nicht immer einfach ist, an Arbeit zu kommen, da sich dort die meisten Backpacker aufhalten. Viele von diesen sind leider auch sehr trinkfreudig...
Des weiteren muss man sich auch darüber im Klaren sein, dass die Leute im Outback eine ungewohnte, gewöhnungsbedürftige Mentalität haben können...
Trotzdem haben bei mir die vielen positiven, schönen, neuen Erlebnisse bei Weitem überwogen. Die meisten Aussies sind wirklich richtig freundlich; wenn man bei irgend etwas Hilfe braucht, bekommt man diese auch sofort. Richtig enge Freundschaften sind mit ihnen allerdings schwer zu schließen.
In Australien findet sich eine unglaubliche Flora und Fauna - unvorstellbar wie viele verschiedene Landschaften und Klimazonen man in ein paar Tagen bereisen kann und was man dort an Tieren sieht. Im Barossa sind beispielsweise überall kleine Papageien und Kakadus herumgeflogen. Kängurus habe ich so viele gesehen, ebenso wie die kleinen, fluffigen Koalas. Es gibt unglaublich weite, unbesiedelte Flächen und Plätze, an denen man sich so klein vorkommt. Die Aussies nehmen sehr viele Dinge viel leichter und wenn ich irgendein Problem hatte, hat sich immer eine Lösung gefunden. Ich habe viele neue Freunde gefunden und auch mein Englisch hat sich sicher noch verbessert. Auch das manchmal völlig auf sich allein gestellt Sein ist eine Erfahrung, die im ersten Moment vielleicht weniger schön, irgendwann dafür aber umso hilfreicher sein kann. Man findet immer schnell Anschluss, wenn man nur will. Und wer einmal in den Genuss eines Aussie-BBQs gekommen ist, der weiß, warum man den Australiern nachsagt, wahre Meister in der BBQ-Kunst zu sein!
Was übrigens die ganzen Spinnen, Schlangen und anderen giftigen Tierchen angeht: Ja, es stimmt, dass auf dem fünften Kontinent mit die giftigsten Tiere der Welt leben (es gibt nicht umsonst das schöne Lied: „Welcome to Australia – You might get accidently killed ;). Aber wenn man ein bisschen aufpasst und sich an ein paar Regeln hält, gestaltet sich ein Trip nach Down Under lange nicht so gefährlich, wie man vielleicht denkt. Meine „schlimmste“ Begegnung hatte ich mit einer Spinne, welche halb so groß wie mein Schuh war - sie hing an Halloween (wie passend) direkt neben unserer Zimmertür, war aber ungiftig.
Ich bereue meine Zeit in Australien auf keinen Fall und jede Folge McLeods, die ich nun schaue, ist eine wunderschöne Erinnerung an meine Zeit am anderen Ende der Welt!
Und eins ist sicher: OZ, I will come back!
Falls ihr noch Fragen haben solltet (Reiseplanung, Organisation, etc.) könnt ihr mir gerne eine Mail schicken: daskruemlchen@aol.com - bitte mit aussagekräftiger Betreffzeile
© Chrissi, 2009/2010
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